Die D&O-Versicherung

Die D&O-Versicherung: Die Lösung für deutsche Manager im Dschungel komplexer Haftungsgefahren und verschärfter Regulierung!
Verschärfte Regulierung und komplexe Haftungsnormen führen zu steigender Nachfrage nach D&O-Versicherungen in Deutschland.

Erfahrungsgemäß sind die Haftungsregeln für Manager von Kapitalgesellschaften in Deutschland kompliziert und schwer durchschaubar und dies nicht nur für außenstehende Dritte, sondern zuvorderst auch für die betroffenen Manager selbst.

Während der Vorstand einer Aktiengesellschaft, teils in Abstimmung mit dem ihn überwachenden Aufsichtsrat, die Befugnis zur eigenständigen Führung des Unternehmens hat, muss der Geschäftsführer einer GmbH größtenteils Weisungen seitens des Gesellschafters bzw. der Gesellschafterversammlung befolgen.

Bei konzernangehörigen Gesellschaften wiederum haften sowohl die operativ tätigen wie auch die aufsichtsführenden Organe der Gesellschaft für die Erfüllung ihrer gesetzlichen Pflichten, unabhängig davon, ob die der Haftung zugrunde liegende Entscheidung von ihnen selbst autonom getroffen oder vielmehr von ihrer Muttergesellschaft angeordnet wurde.

All dies bedeutet, dass nicht nur die spezifischen Entscheidungskompetenzen, sondern auch die damit verbundene Haftung von der gewählten Gesellschaftsform und deren Gesellschafterstruktur abhängig sind. Dies führt zu einem erhöhten rechtlichen Komplexitätsgrad, der für die Geschäftsleitung nicht leicht zu überblicken ist.

Im Gegensatz zu vielen anderen Rechtssystemen sind deutsche Organmitglieder einem strengen persönlichen Haftungsrisiko ausgesetzt, da sie von einem geschädigten Dritten oder – in aller Regel – von der Gesellschaft selbst für ihr (vermeintliches) Fehlverhalten auf Schadenersatz in Anspruch genommen werden können. In der Tat entstehen die meisten D&O-Klagen dadurch, dass Mitglieder des Aufsichtsorgans Schadenersatzansprüche gegen verantwortliche Führungspersonen geltend machen (sogenannte Innenverhältnisklagen). Tieferer Grund hierfür ist, dass der Aufsichtsrat nach dem deutschen Gesetz verpflichtet ist, den Vorstand in Anspruch zu nehmen, sobald Anhaltspunkte für eine fahrlässige oder wissentliche Verletzung von Geschäftsführungspflichten vorliegen.

Das unternehmerische Handeln der Organe muss sich regelmäßig an dem Rechtsprinzip der sog. „Business Judgment Rule“ messen lassen, nach der bei unternehmerischen Entscheidungen im Zuge der gerichtlichen Prüfung, ob Manager ihren Sorgfaltspflichten genügt haben, diesen ein gewisser Entscheidungsspielraum in Form eines Haftungsprivilegs nach Einhaltung bestimmter Informationspflichten gewährt wird. Allerdings liegen gesetzlich gebundene Entscheidungen der Unternehmensleitung, wie z.B. bei größeren Übernahmeversuchen, Massenentlassungen oder Insolvenzanmeldepflichten, außerhalb der Grenzen dieser privilegierenden Regel. In einem solchen Fall unterliegen Geschäftsleiter bei Pflichtverletzungen einer strengen Schadenersatzhaftung, die bis zur Beschlagnahme von persönlichem Vermögen und zur Privatinsolvenz führen kann. Dies gilt selbst dann, wenn die Pflichtverletzung nur leicht fahrlässig begangen worden ist.

Obwohl sich Manager theoretisch nach dem Gesetz all ihren rechtlichen Pflichten vollkommen bewusst sein müssen, ist das aufgrund einer großen Anzahl von über 84.000 Gesetzen und Haftungsnormen praktisch unmöglich.

Der Anstieg der rechtlichen Inanspruchnahme von Managern scheint in engem Zusammenhang mit der zunehmenden regulatorischen Verschärfung der Unternehmensleiterhaftung in Deutschland zu stehen. Immer häufiger werden D&O-Klagen nicht nur gegen Manager von Großkonzernen, sondern auch zunehmend gegen Manager von kleinen und mittleren Unternehmen eingereicht. Schätzungsweise hat sich der Gesamtstreitwert aus geltend gemachten D&O-Ansprüchen von 1 Mrd. Euro im Zeitraum 2000-2001 auf 3,5 Mrd. Euro in 2013-2014 fast vervierfacht.

Vor dem Hintergrund umfassender persönlicher Haftungsgefahren und der oftmals fehlenden Möglichkeit einer Haftungsfreistellung wird die D&O-Versicherung damit zum maßgeblichen Schutzschirm der Manager vor einem drohenden finanziellen Desaster.

Derzeit gibt es ungefähr 30 D&O-Versicherer auf dem deutschen Versicherungsmarkt. Obwohl der D&O-Markt noch immer ziemlich weich und hart umkämpft ist, werden D&O-Versicherer allmählich vorsichtiger und rechnen zugleich mit steigenden D&O-Schadensmeldungen.

Konsequenterweise versuchen viele D&O-Versicherer ihr Schadensrisiko durch die Aufnahme weit gefasster Ausschlussklauseln oder Einschränkungen des Deckungsstandards zu minimieren. Die betroffenen Manager müssen sich deswegen genau überlegen, welchen Deckungsumfang sie zu welchem Preis erwerben möchten.
Mit dem zunehmendem Risiko des Eintritts von D&O-Schadensfällen steigt auch die Anzahl der angebotenen D&O-Schutzprodukte. So gibt es mittlerweile neben der klassischen D&O-Firmenversicherung zahlreiche zusätzliche Produkte, wie z.B. die persönliche D&O-Versicherung für die Geschäftsleitung oder die Versicherung des persönlichen D&O-Selbstbehaltes, welche von den Managern selbst zur eigenen Absicherung und auf eigene Kosten erworben werden. Des Weiteren werden auch D&O-Produkte für spezifische Personengruppen angeboten, wie z.B. für Mitglieder des Aufsichtsrats oder für ehemalige Unternehmensverantwortliche.

Die D&O-Versicherung in Deutschland befindet sich noch immer in der Entwicklungsphase, weshalb mehr als je zuvor sowohl die Maklerschaft als auch Versicherer die entsprechenden Markttrends und die Entwicklung der Rechtsprechung eng verfolgen müssen. Denn nur so lässt sich sicherstellen, dass sie ihren Kunden einen wertvollen D&O-Schutz nach deren Wünschen anbieten können.