Cyberprävention muss Standard werden

27.06.2019 | Fachartikel

Bislang bleiben Forderungen, Cyberrisiken mittels Prävention als fixen Bestandteil der Gewerbeversicherung zu etablieren, unerhört. Der Versicherer Markel macht Ernst und bietet in Kooperation mit Perseus einen neuen Cyberbaustein mit Risikopräventionsleistungen an. Das bietet nicht nur mehr Sicherheit, sondern ist auch ein Vertriebsargument für Vermittler.

Mehr als 55 Mio. Euro Gesamtschaden, 10,5 Milliarden Malware-Attacken im Jahr 2018. Die Zahlen sind bekannt. Wirtschaftsspionage, Sabotage oder Datendiebstahl – faktisch war in den vergangenen beiden Jahren deutschlandweit jedes zweite Unternehmen, zum Teil sogar wiederholt, von einer Cyberattacke betroffen, so der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (Bitcom). Tendenz steigend. Brisant dabei: Die meisten Schäden sind kein IT-Problem, sondern gehen auf den Faktor Mensch zurück, die häufigste Schwachstelle in Unternehmen. Und gegen die Schwachstelle Mensch hilft bekanntlich keine Firewall.

Der Mensch bleibt ein Sicherheitsrisiko

Fast 60% aller erfolgreichen Cyberangriffe gelingen per E-Mail. Davon geht der Gesamtverband der deutschen Ve sicherungswirtschaft e. V. (GDV) aus. Insbesondere gezielte, auf den Empfänger zugeschnittene Spear-Phishing-Attacken sind um mehr als ein Drittel gewachsen, wie die Sicherheitsfirma Proofpoint ermittelte. Die Methode ist bei Angreifern deshalb so beliebt, da Virenschutzsysteme wie Firewalls einfach umgangen werden: Auf betrügerische E-Mails kann jeder hereinfallen – vom CEO bis zum Sachbearbeiter. Grund ist nach wie vor mangelnde Aufklärung, die zu einer unzureichenden Sensibilität für das stetig wachsende Cyberrisiko führt. Ein Umstand, der den Menschen zunehmend in den Fokus der IT-Sicherheit rückt. Das gilt einmal mehr für eine professionelle Kundenberatung: Dass Information, Bewusstsein und Sensibilisierung für Geschäftsrisiken in keiner Sicherheitsstrategie fehlen dürfen, können Makler gar nicht stark genug betonen. Gleichzeitig eröffnet eine fokussierte Aufklärung in puncto Cybersicherheit und Datenschutz neue Vertriebschancen.

Genau hier setzt die Kooperation zwischen Markel und dem Cybersecurity-Spezialisten Perseus an. Im Rahmen umfangreicher Assistance-Leistungen bietet Markel über das „Cyber-Präventionspaket“ in der Basis-Variante Trainings und Präventionsmaßnahmen zur Daten- und Cybersicherheit, die über die eigentliche Versicherungsleistung hinausgehen: Produktübergreifend und kostenfrei profitieren sämtliche Neukunden sowie die derzeit etwa 30.000 Bestandskunden von den im Sinne der DSGVO zertifizierten Videotrainings oder technischen Hilfsmittel. Über die Premium-Variante des „Cyber-Präventionspakets“, lassen sich weitere Leistungen aus dem kostenpflichtigen Perseus-Angebot hinzubuchen.

Rundum-Service: Von der Prävention bis zur Schadenabwicklung

Cyberkriminalität ist so facettenreich wie die Maßnahmen, ihr zu begegnen. Mit der kostenfreien Basis-Version der Perseus-Leistungen können Makler ihren Kunden von der Prävention bis zur Schadenabwicklung nicht nur einen Rundum-Schutz offerieren, sondern durch präventive Schulungen ganz gezielt fit machen und damit besser vor Cyberattacken schützen.

  • Datenschutz: In Video-Trainings lernen Kunden in acht Lektionen die Datenschutz-Grundlagen und schließen die Einheit mit dem „Führerschein für Datenschutz“ ab – ergänzt durch ein Reporting für maximal drei Mitarbeiter
  • Cybersicherheit: Video-Training svermitteln, wie sich Kunden effektiv vor Cyberangriffen schützen können und erhalten den „Führerschein für Cybersicherheit“ – ebenfalls ergänzt durch ein Reporting für maximal drei Mitarbeiter
  • Risikobewusstsein: Ein Phishing -Test überprüft das Gefahrenbewusstsein der Mitarbeiter
  • Passwortschutz: Ein „Passwort-Generator” unterstützt Kunden dabei, sichere Passwörter zu generieren
  • Browserschutz: Browser werden au fden aktuellen Stand hin überprüft, ein Link zu vertrauenswürdigen Anbietern hilft Kunden, ein sicheres, aktuelles Update zu finden
  • Expertenwissen: Experten stelle nrelevante Sicherheits- und Datenschutzthemen in kurzen Beiträgen vor, eine Checkliste gibt Kunden zudem Hinweise und Anregungen für mögliche organisatorische und technische Maßnahmen im Unternehmen, Newsletter und Blog-Artikel informieren über aktuelle Entwicklungen
Services: Ein erfahrenes Team unterstützt bei der Nutzung des Perseus- Kundenbereichs, ein Live-Chat dient als direkter Kommunikationskanal

Der holistische Ansatz von Perseus mit dem Ziel der permanenten Sensibilisierung ist eine praktische Antwort auf die Frage nach sinnvollen wie notwendigen Standards in der Unternehmensabsicherung und treibt die Schadensprävention bei Versicherungskunden weiter voran, in diesem Fall sogar unabhängig von der abgeschlossenen Police.

Restrisiko absichern: Markel Pro Cyber mit neuem Bedingungswerk

Prävention ist der Schlüssel zu mehr Informationssicherheit, eine maßgeschneiderte IT-Sicherheitsstrategie der nächste Schritt. Neben der Sicherheitstechnik bedarf es in diesem Zuge auch korrespondierender Regelwerke sowie einer Anpassung an die sich permanent ändernde Bedrohungslage. Denn Angriffsszenarien werden immer komplexer. Auf diese rasante Entwicklung müssen im Umkehrschluss auch Cyberpolicen eine stimmige Antwort finden – Bedingungswerke regelmäßig einem Realitätscheck unterzogen und auf den neuesten Stand gebracht werden. Dann tragen verständliche wie attraktive Bedingungswerke unmittelbar zu einer Vertriebsqualifizierung bei.

Markel Pro Cyber fokussiert mit seinem neuen Bedingungswerk vor allem folgende Aspekte für Kunden und Makler:
  • Mindestselbstbehalt reduziert auf 500 Euro; optionale Selbstbehalte bis 5.000 Euro wählbar
  • Reduzierung der Wartezeit in der Betriebsunterbrechung von zwölf auf acht Stunden
  • Prämienneutral enthaltener Baustein „Cyber-Prävention Basis“
  • Optionaler Baustein „Cyber-Prävention Premium“
  • Keine Entschädigungsgrenzen mehr im Bedingungswerk – v. a. nicht für IT-Wiederherstellungskosten, Cyberdiebstähle, Bußgelder im Zusammenhang mit Datenrechtsverstößen oder Vertragsstrafen bei der Verletzung von Geheimhaltungspflichten
  • Verzicht auf Unterschriften im Antragsmodell
  • Elektronische Antragsprüfung und automatischer Versand des Antragsmodells

Prävention hat Vorfahrt

Noch haben sich für die Cyberversicherung keine flächendeckenden Standards oder Deckungsinhalte im Markt durchgesetzt. Und auch wenn viele Experten davon ausgehen, dass sich die Cyberversicherung in fünf Jahren ebenso etabliert haben wird wie Rechtsschutz und D&O – der Weg dafür ist noch längst nicht begradigt. Doch er ist vorgezeichnet und führt nur über präventive Stationen zum Ziel. Denn trotz zunehmender Digitalisierung und Vernetzung sowie zahlreicher medienwirksamer Hacker-Angriffe vernachlässigen viele Unternehmen ihr Cyberrisikomanagement nach wie vor.

Apropos: Prävention hat viele Facetten und beschreibt losgelöst von der aufklärerischen, informativen Ebene auch tatsächlich notwendige Bedingungen für den Abschluss einer Cyberversicherung. Die nämlich ist direkt an die Voraussetzung geknüpft, dass Unternehmen neben einem funktionierenden IT-Sicherheitskonzept eine Firewall, leistungsfähigen Virenschutz, regelmäßige Datensicherungen sowie klar definierte Zugriffsrechte, ein Passwortmanagement und einen Notfallplan nachweisen.
27.06.2019 - Fachartikel - Daniel Blazquez, Head of Technology Lines bei Markel

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