Sind Sie auch von der DSGVO genervt?

Sie ist mit einem klaren Ziel angetreten: Die DSGVO (EU-Datenschutz-Grundverordnung) will, wie auch die aktuell breit diskutierte EU-Urheberrechts-Richtlinie, personenbezogene Daten vor Missbrauch, vor sogenannten Datenkraken schützen. Doch schafft sie das? Oder hat der Medienwissenschaftler Stefan Weber Recht, wenn er auf heise.de provokant von einem „bürokratischen Monster“ spricht, „das nur Zettelwirtschaft und Unsicherheit produziert“?

Ärgernis oder Erleichterung?
Die DSGVO vereinheitlicht die Regeln zur Verarbeitung personenbezogener Daten durch private Unternehmen und öffentliche Stellen. Verstöße werden unter anderem mit hohen Bußgeldern belegt. Das ist auch gut so. Bei der praktischen Umsetzung jedoch hört man es in allen Ecken knirschen, es läuft nicht rund. Nein, es ist sogar jede Menge Sand im Getriebe. Was daran liegen könnte, dass die Verordnung technikunabhängig formuliert ist, ergo kaum definiert wird, welche Daten wie behandelt werden müssen. Das wirft Fragen auf, Juristen sind dauerbeschäftigt, die Verordnung und deren eigentliche Bedeutung zu entschlüsseln und deshalb, genau – sind viele genervt. Beispiel Cookies: Die Formulierungen sind offensichtlich so vage, dass selbst Experten darüber streiten, wie sie ausgelegt werden müssen. Eine Angst allerdings scheint sich nicht zu bestätigen, nämlich dass massenhaft Webseiten, Diskussionsforen und Blogs dicht machen.

Auch die andere Seite, sprich User und Kunden ächzen unter der Last der Bürokratie – beziehungsweise: klicken sie weg. Die Erfahrungen mit der DSGVO sind also eher nervend, was zu unerwarteten Gegenreaktionen und einer allgemeinen Datenschutz-Unlust führen könnte.
Tatsächlich produziert die DSGVO jede Menge Datenmüll. Und Hand aufs Herz: Ob im beruflichen oder privaten Alltag – lesen Sie genau, was Sie tagtäglich unterschreiben beziehungsweise zustimmend anklicken? Weber zieht hier einen interessanten Vergleich, nach dem sich die DSGVO wie „der täglich auf einer neu aufgerufenen Website weggeklickte Cookie-Hinweis“ manifestiert. Die Folge sei eine Kultur der Oberflächlichkeit. Es wird zwar munter unterschrieben, akzeptiert und geklickt, aber nicht immer gelesen, was an neuen Datenschutzbestimmungen seitens Banken, Versicherern, Online-Händlern und zahlreichen weiteren Absendern als Brief, E-Mail oder Pop-Up ins Haus aka Postfach flattert. Das sollen erste empirische Zahlen belegen.

 

 

Mit dem Finger zeigen oder Kopf einschalten?
Schön wäre es, der Datenschutz als Normalzustand. Stattdessen ruft die vom Ansatz her wichtige Grundidee einer einheitlichen Datenschutz-Grundverordnung so viel Unmut hervor, dass sie droht, den Ruf des Datenschutzes zu schwächen. Dass die Frustration so groß ist, hat sicher viele Gründe. Vielleicht sind ja tatsächlich die 88 Seiten und ihre mitunter weltfremden Ansichten Schuld an der Misere. Oder ist die DSGVO eventuell doch einfacher umzusetzen als viele denken, wenn man die Angst vor Abmahnanwälten sowie die Rechtsunsicherheit einmal ausblendet und das Gesetz, wie EU-Kommissarin Věra Jourová fordert , mit “gesundem Menschenverstand” liest? Stefan Weber jedenfalls bleibt kritisch und kommentiert auf heise.de weiter, dass nun auch das neue EU-Urheberrecht in die komplett falsche Richtung geht.

Wir sind gespannt, wie sich der Diskurs weiter entwickelt, welche Lösungen Wirkung zeigen. Neues braucht Zeit. Praxis. Erfahrung. Mitunter Nachbesserung. Oder, wie Steve Jobs einst sagte: “You can’t connect the dots looking forward; you can only connect them looking backwards.” Bis dahin können Sie die Frage und damit verbundene Kommentare, Debatten und Erklärungen, ob und warum die DSGVO nervt, bei Interesse ja einfach mal ‚googeln’. Doch aufgepasst, vergessen Sie nicht, die Cookies der Webseiten zu akzeptieren, auf die Sie Ihre Suche führen wird.

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